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Beispiel fuer Anteilnahme an kanadischer Berufsarmee


Beispiel fuer Anteilnahme an kanadischer Berufsarmee

(2008-03-20 18:53:13) Autor: Peter Fischbach

Von Wehrpflichtgegnern wird gern die angebliche fehlende Beziehung
zwischen Bevölkerung und Armee in Berufsarmeen angeführt.

Die folgende Bilderstrecke ist mMn ein eindrucksvolles Beispiel für die
Anteilnahme der kanadischen Bevölkerung an ihrer Berufsarmee:

http://www.geopowers.com/Kriege/inn kon/afg kon II/ berf hrung gefallener kanadischer Soldaten aus AFG .ppt

Beispiel fuer Anteilnahme an kanadischer Berufsarmee

(2008-03-21 09:21:43) Autor: General

Beispiel fuer Anteilnahme an kanadischer Berufsarmee

(2008-03-21 09:21:43) Autor: Juergen Schulz

Peter Fischbach schrieb:
> Von Wehrpflichtgegnern wird gern die angebliche fehlende Beziehung
> zwischen Bevölkerung und Armee in Berufsarmeen angeführt.
>
> Die folgende Bilderstrecke ist mMn ein eindrucksvolles Beispiel für die
> Anteilnahme der kanadischen Bevölkerung an ihrer Berufsarmee:
>
> http://www.geopowers.com/Kriege/inn kon/afg kon II/ berf hrung gefallener kanadischer Soldaten aus AFG .ppt
>

Klingt vielleicht etwas hart, aber:
Die Bilderstrecke sagt etwas aus über die Haltung zu den Gefallenen.
Wie wäre die Haltung, wenn aus jeder Familie ein junger Mann zum
Dienst im Einsatz gezwungen würde? Wenn es junge Wehrpflichtige
wären, die da in der Kiste zurück kommen?
Die Bilder gleichen denen aus USA, auch dort gibt es keine Wehrpflicht.
Gab es solche Bilder auch zu Zeiten des Vietnamkrieges? Für mich ist
das nicht wirklich aussagekräftig. Hier stellt sich die Bevölkerung
auf und ehrt freiwillige, die die Drecksarbeit gemacht haben und
den höchsten Preis dafür gezahlt haben. Es ist leicht, einen Krieg
zu akzeptieren, in den niemand hineingezwungen wird. Die Verantwortung
liegt bei Politikern, das Risiko tragen Berufssoldaten.
Ich sehe die Wehrpflicht weniger als Bindeglied zwischen Armee und
Bevölkerung denn als Hemmschuh für unternehmungslustige Politiker.

Jürgen

Beispiel fuer Anteilnahme an kanadischer Berufsarmee

(2008-03-21 12:00:35) Autor: Matthias Warkus

Juergen Schulz schrieb:
> Ich sehe die Wehrpflicht weniger als Bindeglied zwischen Armee und
> Bevölkerung denn als Hemmschuh für unternehmungslustige Politiker.

Zwischen 1813 und 1945 hat sie denn die Politiker ja auch sehr effektiv
von ihren lustigen Unternehmungen abgehalten, insofern war es nur
sinnvoll sich an das bewährte Modell zu halten.

mawa
--
http://www.prellblog.de

Beispiel fuer Anteilnahme an kanadischer Berufsarmee

(2008-03-21 12:43:55) Autor: Juergen Schulz

Matthias Warkus schrieb:
> Juergen Schulz schrieb:
>> Ich sehe die Wehrpflicht weniger als Bindeglied zwischen Armee und
>> Bevölkerung denn als Hemmschuh für unternehmungslustige Politiker.
>
> Zwischen 1813 und 1945 hat sie denn die Politiker ja auch sehr effektiv
> von ihren lustigen Unternehmungen abgehalten, insofern war es nur
> sinnvoll sich an das bewährte Modell zu halten.
>
> mawa

Und du meinst, dass das vergleichbar ist? So von wegen politisches
System? Und wenn du schon bis 1813 zurückgehst: 1848 haben sich
auch Soldaten gegen die Regierung gestellt.

Jürgen

Beispiel fuer Anteilnahme an kanadischer Berufsarmee

(2008-03-21 14:16:16) Autor: Matthias Warkus

Juergen Schulz schrieb:
> Matthias Warkus schrieb:
>> Juergen Schulz schrieb:
>>> Ich sehe die Wehrpflicht weniger als Bindeglied zwischen Armee und
>>> Bevölkerung denn als Hemmschuh für unternehmungslustige Politiker.
>>
>> Zwischen 1813 und 1945 hat sie denn die Politiker ja auch sehr
>> effektiv von ihren lustigen Unternehmungen abgehalten, insofern war es
>> nur sinnvoll sich an das bewährte Modell zu halten.
>>
>> mawa
>
> Und du meinst, dass das vergleichbar ist? So von wegen politisches
> System?

Da dämmert ja langsam eine Erkenntnis herauf bei dir :)

mawa
--
http://www.prellblog.de

Beispiel fuer Anteilnahme an kanadischer Berufsarmee

(2008-03-21 16:36:16) Autor: Juergen Schulz

Matthias Warkus schrieb:

>
> Da dämmert ja langsam eine Erkenntnis herauf bei dir :)
>
> mawa

Eher nicht. Wehrpflichtige in D werden in keinen Einsatz
geschickt, da gehen nur SaZ, BS und FWDL. Und 1939 hatte
Bspw. England zunächst keine Wehrpflicht, führte sie dann
aber schnell ein. Ich denke, dass eine Berufsarmee zur
heutigen Zeit ganz schnell dazu führen würde, dass eben
keine Proteste gegen Einsätze laut würden. Nach dem Muster:
"Die wissen ja, wofür sie zur Armee sind." Ohne die Wehr-
pflicht würde so mancher Politiker noch lauter säbelrasseln.

Jürgen

Beispiel fuer Anteilnahme an kanadischer Berufsarmee

(2008-03-22 10:41:36) Autor: Harald Maedl

Juergen Schulz schrieb:
> Matthias Warkus schrieb:
>
>> Da dämmert ja langsam eine Erkenntnis herauf bei dir :)
> Eher nicht. Wehrpflichtige in D werden in keinen Einsatz
> geschickt, da gehen nur SaZ, BS und FWDL...
> ... Ich denke, dass eine Berufsarmee zur
> heutigen Zeit ganz schnell dazu führen würde, dass eben
> keine Proteste gegen Einsätze laut würden. Nach dem Muster:
> "Die wissen ja, wofür sie zur Armee sind." Ohne die Wehr-
> pflicht würde so mancher Politiker noch lauter säbelrasseln.

Ergänzend: Auch wenn immer mehr Politikern und auch Führungskräften in
der BW das Prinzip der Inneren Führung genau wie MawA offenbar nicht
mehr erinnerlich ist, weil es z.B sehr unbequem ist, so ist dieses
jedoch das wesentliche Element in der BW zur Führung der Streitkräfte.
Vergleiche zwischen Wehrpflichtigen bzw Soldaten generell der BW und
den Streitkräften vor 45 hinken, wenn dieses Prinzip nicht mit zum
Vergleich zum Thema Wehrpflicht mit herangezogen wird. Als Schlagworte
mögen dienen: Pflichte und Rechte des Soldaten, Staatsbürger in
Uniform, Primat der Politik, Staat im Staate etc.
Und für all diejenigen, die mit dem Begriff Innerer Führung nichts
anzufangen wissen, folgende sehr kurze Zusammenfassung:

1. Was ist Innere Führung:
Unter Innere Führung versteht man die Aufgaben der BW, welche sich für
die Führung der Streitkräfte auf der Grundlage der Wehrverfassung und
des Soldatengesetzes ergeben, mit dem Ziel, den Staatsbürger in Uniform
zu einem leistungsfähigen und willigen Soldaten auszubilden und zu
erziehen, dass er der BRD treu diene und im V-Fall bereit sei, tapfer
für Recht und Freiheit des *deutschen* Volkes einzustehen.
Also das, was allgemein unter "kämpfen können" *und* kämpfen wollen"
bekannt ist.
Innere Führung ist (soll) ein dynamischer und andauernder Prozeß
sein, in welcher der Vorgesetzte dafür zu sorgen hat, dass die
Lebensverhältnisse der Menschen in den Streitkräften im Einklang mit
den Forderungen der Zeit stehen.

Es geht also um die bestmögliche Motivation des Soldaten, auch unter
widrigsten Umständen.

2. Instrumentarium der inneren Führung:
Hier nur die wichtigsten:
- Wahrung der staatsbürgerlichen Rechte als Soldat
- Soldatengesetz
- Wehrdisziplinarordnung
- Erzieherische Maßnahmen
- Vorgesetztenverordnung
- Vertrauensmänner
- Beirat Innere Führung
- Wehrbeauftragte
- Bundeswehrverband
- Beschwerderecht
- Fürsorge und Betreung der Soldaten in Dienst und
Freizeit, einschl Sozialabteilung im BmVG
- Recht auf politische Information
- Pflicht zur staatsbürgerlichen Bildung
- Personalführung, Laufbahn- und Beurteilungswesen

--
Grüße
Harald

Beispiel fuer Anteilnahme an kanadischer Berufsarmee

(2008-03-22 14:35:57) Autor: Matthias Warkus

Harald Maedl schrieb:
> Juergen Schulz schrieb:
>> Matthias Warkus schrieb:
>>
>>> Da dämmert ja langsam eine Erkenntnis herauf bei dir :)
>> Eher nicht. Wehrpflichtige in D werden in keinen Einsatz
>> geschickt, da gehen nur SaZ, BS und FWDL...
>> ... Ich denke, dass eine Berufsarmee zur
>> heutigen Zeit ganz schnell dazu führen würde, dass eben
>> keine Proteste gegen Einsätze laut würden. Nach dem Muster:
>> "Die wissen ja, wofür sie zur Armee sind." Ohne die Wehr-
>> pflicht würde so mancher Politiker noch lauter säbelrasseln.
>
> Ergänzend: Auch wenn immer mehr Politikern und auch Führungskräften in
> der BW das Prinzip der Inneren Führung genau wie MawA offenbar nicht
> mehr erinnerlich ist, weil es z.B sehr unbequem ist, so ist dieses
> jedoch das wesentliche Element in der BW zur Führung der Streitkräfte.

Lieber Harald, das ist genau das, worauf ich Jürgen mit der Nase stoßen
wollte: Ob eine Armee im Zweifelsfall in der Lage ist, sich gegen die
Ausführung unrechtmäßiger Aufträge zu stellen und inwiefern die
Bevölkerung Anteil an ihrem Handeln nimmt, hat mit Wehrpflicht oder
Berufsarmee allerhöchstens am Rande zu tun. Es ist eine Illusion zu
glauben, Missbrauch von Institutionen aller Art durch die Art ihrer
Anlage verhindern zu wollen. Einen Staat, der darauf aus ist,
verbrecherisch Truppen einzusetzen, seien sie militärisch oder
paramilitärisch, wird man, wenn in der Truppe, der Politik und der
Zivilgesellschaft der entsprechende Rückhalt beziehungsweise die
entsprechende Gleichgültigkeit gegeben ist, durch noch so schöne
Kodifikationen davon abhalten können.

mawa
--
http://www.prellblog.de