Re: Hundemarken
Re: Hundemarken
Juergen Nieveler schrieb folgendes:
> Wenn Benjamin gerne Leichen schändet ist das seine Sache - es gibt
> jedenfalls definitiv KEINE Dienstvorschrift, nach der man die
> Erkennungsmarke zwischen die Zähne klemmt.
Allerdings gibt es auch keine, die es untersagt.
MFG, Till
--
Unmöglich ist keine Tatsache,
sondern nur eine Meinung.
Re: Hundemarken
Re: Hundemarken
Till Potinius wrote:
>> Wenn Benjamin gerne Leichen schändet ist das seine Sache - es
gibt
>> jedenfalls definitiv KEINE Dienstvorschrift, nach der man die
>> Erkennungsmarke zwischen die Zähne klemmt.
>
> Allerdings gibt es auch keine, die es untersagt.
Abgesehen vom Respekt vor den sterblichen Überresten und dem
berechtigten Ekel der Kameraden vor sowas?
Mal davon abgesehen das Benjamin es in
als übliche Praxis darstellt,
die
es ganz klar NICHT ist, ist das schlicht und ergreifend eine aus den
USA zu uns rübergewanderte UL, mit der man Rekruten erschrecken will.
Wer sich aber Sinn und Zweck der Erkennungsmarke vor Augen hält merkt
schnell das die Geschichte nicht stimmen KANN, denn die Marke im Mund
zu verstecken würde ja bedeuten das man sie erst wieder findet wenn die
Leiche komplett skeletiert ist - und das kann dauern.
Juergen Nieveler
--
The easy way is always mined.
Re: Hundemarken
Juergen Nieveler schrieb:
> Wer sich aber Sinn und Zweck der Erkennungsmarke vor Augen hält merkt
> schnell das die Geschichte nicht stimmen KANN, denn die Marke im Mund
> zu verstecken würde ja bedeuten das man sie erst wieder findet wenn
die
> Leiche komplett skeletiert ist - und das kann dauern.
Bei einem halb verwesten Soldaten die Erkennungsmarke unter seinem
Gerödel, gar Splitterschutz, hervorzupulen emfinde ich wesentlich
ekeliger. Die deutschen Marken haben da zum Glück eine lange Kette dran,
an der man einfach nur im Halsbereich ziehen muß so sie korrekt getragen
wurde.
Also ein Argument dafür, sie auf die richtige Art und Weise zu tragen,
um es den Bergungstrupps nicht unnötig schwer zu machen, indem man sie
individuell in irgendwelche Taschen packt.
Gruß,
Markus
Re: Hundemarken
"Juergen Nieveler" schrieb:
> >> Wenn Benjamin gerne Leichen schändet ist das seine Sache -
es gibt
> >> jedenfalls definitiv KEINE Dienstvorschrift, nach der man die
> >> Erkennungsmarke zwischen die Zähne klemmt.
> >
> > Allerdings gibt es auch keine, die es untersagt.
>
> Abgesehen vom Respekt vor den sterblichen Überresten und dem
> berechtigten Ekel der Kameraden vor sowas?
1. Nach n Wochen Krieg, Tod und Verderben dürfte sich der Ekel vor dem
einen
toten Kameraden in Grenzen halten.
2. Zwischen den Zähnen verhakt bleibt die Marke beim Kopf des Gefallenen
(und mit dem Kopf, ergo dem Gesicht und dem Gehirn, also beim "Wesen"
bzw.
bei der "Persönlichkeit" des armen Teufels, damit haben die
Angehörigen auch
2.1. Jahre später die Gewissheit, das wenigstens dieses (wesentliche)
Körperteil wirklich zu Ihrem Libsten gehört, und
2.2. ist damit relativ sichergestellt, das der Kamerad "Gefallen" ist
(kein
Lebender wird sich freiwillig einen halbe Marke zw. die Kiefer treten
lassen) und nicht nur die Marke im Acker verloren hat. Sein Schicksal steht
damit rel. zweifelsfrei fest => besser als Ungewissheit.
3. hat sich die Methode bereits vor wenigen Jahrzehnten bewährt und vor
gar
nicht vielen Jahren (bis heute) als praktikabel erwiesen (siehe 2.)
Speziell im späten Russlandfeldzug bestand nicht immer die
Möglichkeit die
Kameraden zu bergen oder zu beerdigen, das wird erst seit der Perestroika
nachgeholt. Dabei lassen sich die gefundenen Überrete oft nicht allzu
eindeutig zuordnen, wohl aber manche der Schädel, welche in der Tat mit
halben Marken gespickt sind. Ich hab währens meines Medizinstudiums selbst
solche "Funde" zu Gesicht bekommen ( selbst , nicht vom Bruder meines
Schwagers davon gehört oder so). Und in der Tat wird von den
Hinterbliebenen
(sogar dann, wenn sie den Menschen gar nicht pers. kannten) auf den
"richtigen" Schädel besonders Wert gelegt ... die restlichen
Knochen können
dann nach Stückzahl oder Gewicht beigelegt werden ... verstehs wers will.
> Mal davon abgesehen das Benjamin es in
> als übliche Praxis
darstellt, die
> es ganz klar NICHT ist, ist das schlicht und ergreifend eine aus den
> USA zu uns rübergewanderte UL, mit der man Rekruten erschrecken will.
Das das in USA eine UL ist, ist relativ unbestreitbar. Wer schonmal
amerikanische Dogtags in der Hand hatte wird das auch verstehen => Selbst
das kariöseste Gebiss ist immer noch stabiler als dieses Dünnblech,
das ist
schon rein technisch gar nicht möglich. Diese Marken kann man nicht
zwischen
die Zähne klemmen ... maximal die Zähne in die Marke ... dann wirds
aber
unleserlich und somit wenig praktikabel.
> Wer sich aber Sinn und Zweck der Erkennungsmarke vor Augen hält merkt
> schnell das die Geschichte nicht stimmen KANN, denn die Marke im Mund
> zu verstecken würde ja bedeuten das man sie erst wieder findet wenn
die
> Leiche komplett skeletiert ist - und das kann dauern.
s.o. ... das kann schon mal vorkommmen, das die Bergung ein bischen dauert
... nicht immer hat man die Zeit sofort zu bergen und manchmal macht es die
Geshichte (gerade den "Verlierern") schwer, das Ganze zeitnah
nachzuholen.
Zum Sinn der Erkennungsmarke: Sie dient dazu, jemanden zu identifiziern, der
sich selbst nicht mehr identifizieren kann, unabhängig davon, ob er es bis
vor wenigen Stunden noch konnte, oder schon seit Jahren schweigt. IMHO dient
sie insbesondere dazu, jemanden nach längerer Zeit noch zu identifizieren,
denn in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang gäbe es ja noch alternative
Identifizierungsmöglichkeiten, z.B. noch lebende Kameraden.
Tom
Nur eins ist absolut klar: Der Betroffene hat reichlich andere Probleme ...
oder eben keine mehr ... wie mans nimmt. Auf jeden Fall trägt er nichts
mehr entscheidend zum Ausgang der Schlacht oder des Krieges bei und ist
somit militärisch unbedeutend; also (im V-Fall) nebensächlich. Arme
Sau ...
Re: Hundemarken
Natürlich ist die Sache in einer gewissen Form ekelerregend und ich kann
auch verstehen, dass man es sich nicht vorstellen kann und möchte.
Ob hier nun Leichen von mir (!) geschändet werden, weiß ich nicht,
aber so
haben wir das damals in einem Vortrag von einem Feldarzt gehört.
Selber war ich aber zum Glück noch nicht in der Position die ganze
Geschichte auf Wahrheitsgehalt zu überprüfen.
Nur soviel, ich habe schon ein paar tote amerikanische Soldaten gesehen und
keiner hatte seine Marke um den Zeh baumeln.
Benjamin
Re: Hundemarken
"Thomas Baumann" wrote:
> Das das in USA eine UL ist, ist relativ unbestreitbar. Wer schonmal
> amerikanische Dogtags in der Hand hatte wird das auch verstehen =>
> Selbst das kariöseste Gebiss ist immer noch stabiler als dieses
> Dünnblech, das ist schon rein technisch gar nicht möglich.
Die US-Marken die ich gesehen habe hatten mindestens die gleiche
Materialstärke wie die deutschen Marken - hatten aber den Vorteil
leichter in den Mund zu passen.
> s.o. ... das kann schon mal vorkommmen, das die Bergung ein bischen
> dauert ... nicht immer hat man die Zeit sofort zu bergen und manchmal
> macht es die Geshichte (gerade den "Verlierern") schwer, das
Ganze
> zeitnah nachzuholen.
Ob die Marke jetzt direkt im Schädel oder 20cm weiter liegt ist relativ
egal, findest Du nicht auch?
> Zum Sinn der Erkennungsmarke: Sie dient dazu, jemanden zu
> identifiziern, der sich selbst nicht mehr identifizieren kann,
> unabhängig davon, ob er es bis vor wenigen Stunden noch konnte, oder
> schon seit Jahren schweigt. IMHO dient sie insbesondere dazu, jemanden
> nach längerer Zeit noch zu identifizieren, denn in unmittelbarem
> zeitlichen Zusammenhang gäbe es ja noch alternative
> Identifizierungsmöglichkeiten, z.B. noch lebende Kameraden.
Nein. Die Erkennungsmarke soll es ermöglichen, das FREMDE (nämlich
das
Rote Kreuz oder wer auch immer auf dem jeweiligen Schlachtfeld
hinterher aufräumt) die Leiche problemlos erfassen können.
Die laufen da nicht mit einer Kamera rum und fragen anschließend
"Kennen Sie den Mann? Denken sie sich die andere Hälfte vom Gesicht
dazu...", die laufen rum und schreiben die PK von den Erkennungsmarken
ab. Wenn die Marke zu diesem Zeitpunkt gut sichtbar auf der Brust der
Leiche liegt erleichtert das die Arbeit ungemein. Und wenn die Leiche
wirklich unberührt 20 Jahre rumliegt, dann bleibt die Marke auch
unberührt auf der Brust liegen und wird später bei Ausgrabungen
ebenda
gefunden (wobei meistens eh zuerst die Marke gefunden wird,
Metallsuchgeräte finden halt eher so eine Blechmarke als die
Zahnfüllungen).
Juergen Nieveler
--
"Emacs is a nice operating system, but I prefer UNIX." - Tom
Christiansen
Re: Hundemarken
"Benjamin Barth" wrote:
> Nur soviel, ich habe schon ein paar tote amerikanische Soldaten
> gesehen und keiner hatte seine Marke um den Zeh baumeln.
Logisch. Die kurze Kette dient ja auch nur dazu, die Marken leichter
sammeln zu können - bei den Amis bleibt die Marke mit der langen Kette
beim Körper.
Juergen Nieveler
--
"Emacs is a nice operating system, but I prefer UNIX." - Tom
Christiansen
Re: Hundemarken
Thomas Baumann wrote:
> 1. Nach n Wochen Krieg, Tod und Verderben dürfte sich der Ekel vor
dem einen
> toten Kameraden in Grenzen halten.
mit verlaub, aber das ist schwachfug.