Vernebelung als Schutz von AKW vor anfliegenden Flugzeugen?
Vernebelung als Schutz von AKW vor anfliegenden Flugzeugen?
Es kam der Vorschlag auf, Atomkraftwerke durch Verneblung zu schützen.
Die Idee, wichtige Industrieanlagen so zu schützen ist nicht wirklich
neu und stammt aus dem 2.Weltkrieg.
Nun ist es meinen Informationen nach möglich, selbst ein sehr
stabiles, hierzulande übliches AKW Containment mit einem sehr
schweren/sehr schnellen Flugzeug zu knacken wenn es SEHR exakt auf
bestimmte Weise auf bestimmte Gebäudeteile gezielt werden kann.
(sorry, no Details)
Ist es denn mit Verkehrsmaschinen/üblichen Militärmaschinen
möglich,
auch durch Verneblungen (was wird denn dafür üblicherweise
verwendet?)
ein Ziel metergenau in einer Suizidmission zu treffen?
Ist der Nebel transparent für IR (Infrarot)? Sind Flugzeuge mit IR
Sichtgeräten ausgestattet?
Kann das/ein Bordradar von der Auflösung genau genug um dafür
verwendet zu werden?
Ist ein GPS dazu geeignet? Die vertikale Genauigkeit ist meinen
Informationen nach nicht so gut.
Gibt es eigentlich geeignete Flux Bomben (=EMP Waffen) oder
fokusierbare starke GPS Jammer die in der Anflugphase die
Bordelektronik stören könnten?
Auch mit Luftabwehrraketen könnte man wohl zumindest erreichen, dass
der Aufprall nicht ausreichend gezielt erfolgt und das Contaiment
intakt bleibt.
MS
Vernebelung als Schutz von AKW vor anfliegenden Flugzeugen?
Vernebelung als Schutz von AKW vor anfliegenden Flugzeugen?
Michael Schmidt wrote:
> Ist es denn mit Verkehrsmaschinen/üblichen Militärmaschinen
möglich,
> auch durch Verneblungen (was wird denn dafür üblicherweise
verwendet?)
> ein Ziel metergenau in einer Suizidmission zu treffen?
Wenn man genau zielt - warum nicht? Der Nebel soll ja nur am zielen
hindern. SCNR :-)
> Ist der Nebel transparent für IR (Infrarot)? Sind Flugzeuge mit IR
> Sichtgeräten ausgestattet?
Ja/Nein/Vielleicht? Es GIBT Nebelgeneratoren die IR-nicht-transparenten
Nebel generieren, aber IIRC sind die nicht gerade umweltfreundlich. Ob
das jemand Trittin erzählt hat weiß ich aber nicht.
Eine Methode besteht z.B. darin, Granaten mit Phosphor und Rohkautschuk
zu füllen - das erzeugt eine Nebelwand, die voll mit glühenden
Kautschukpartikeln ist die langsam zu Boden sinken - schützt auch vor
modernen Wärmebildgeräten. Andere Methoden verwenden IIRC
Rußpartikel
durch verbrennendes Öl, oder Graphitpartikel.
> Kann das/ein Bordradar von der Auflösung genau genug um dafür
> verwendet zu werden?
Kommt auf das Flugzeug an. Bei Zivilflugzeugen nicht.
> Ist ein GPS dazu geeignet? Die vertikale Genauigkeit ist meinen
> Informationen nach nicht so gut.
Wenn man an ein militärisches GPS und den tagesaktuellen
Sicherheitscode kommt, dann ja. Aber GPS soll ja in der Umgebung der
Kraftwerke gestört werden - damit die Terroristen in den letzten 2
Flugsekunden nicht mehr wissen wo sie sind :-/
> Gibt es eigentlich geeignete Flux Bomben (=EMP Waffen) oder
> fokusierbare starke GPS Jammer die in der Anflugphase die
> Bordelektronik stören könnten?
Du willst in der Nähe eines AKW eine EMP-Waffe auslösen? Und damit
die
Reaktorsteuerung lahmlegen?
GPS-Störer sind nutzlos, siehe oben
> Auch mit Luftabwehrraketen könnte man wohl zumindest erreichen, dass
> der Aufprall nicht ausreichend gezielt erfolgt und das Contaiment
> intakt bleibt.
Flugabwehrraketen bewirken nur, das statt 200t Flugzeug 200t
Metallschrott das Gebäude treffen. Das eigentliche Problem ist im
übrigen nicht das Flugzeug selbst, sondern die Turbinenwelle des
Düsentriebwerks - die ist hinreichend stabil und dreht sich mit hoher
Geschwindigkeit und bohrt sich dadurch geradezu durch die Betonhülle.
Der Rest des Flugzeugs kann hinterher vom Kraftwerksmantel abgekratzt
werden, nur die Turbinenwellen haben eine echte Chance den Mantel zu
durchschlagen.
Juergen Nieveler
--
Open Windows and let the bugs in.
Vernebelung als Schutz von AKW vor anfliegenden Flugzeugen?
Juergen Nieveler wrote:
>
> Flugabwehrraketen bewirken nur, das statt 200t Flugzeug 200t
> Metallschrott das Gebäude treffen.
Hängt davon ab, in welcher Entfernung die Rakete das Flugzeug trifft.
Da müsste man vergleichen was warscheinlicher ist: den Reaktor durch
den Nebel oder mit den Trümmern eines in 10, 15 km Entfernung
zerstörten
Flugzeug zu treffen.
Vernebelung als Schutz von AKW vor anfliegenden Flugzeugen?
Juergen Nieveler spoke thusly:
> Michael Schmidt wrote:
>
> [...]
>> Ist der Nebel transparent für IR (Infrarot)? Sind
>> Flugzeuge mit IR Sichtgeräten ausgestattet?
>
> Ja/Nein/Vielleicht? Es GIBT Nebelgeneratoren die
> IR-nicht-transparenten Nebel generieren, aber IIRC sind die
> nicht gerade umweltfreundlich. Ob das jemand Trittin
> erzählt hat weiß ich aber nicht.
> [...]
Das Problem mit der Nebelei ist, daß man *sehr* schnell *sehr*
viel davon erzeugen müsste. Nur ein wenig Nebel eng um das AKW
herum macht das Zielen nicht wesentlich schwerer.
Dazu haben sich auch schon andere Leute Gedanken gemacht:
http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user
upload/themen/atomkr
aft/greenpeace studie terrorangriffe auf deutsche akw.pdf
> [...]
>> Auch mit Luftabwehrraketen könnte man wohl zumindest
>> erreichen, dass der Aufprall nicht ausreichend gezielt
>> erfolgt und das Contaiment intakt bleibt.
>
> Flugabwehrraketen bewirken nur, das statt 200t Flugzeug
> 200t Metallschrott das Gebäude treffen. Das eigentliche
> Problem ist im übrigen nicht das Flugzeug selbst, sondern
> die Turbinenwelle des Düsentriebwerks - die ist hinreichend
> stabil und dreht sich mit hoher Geschwindigkeit und bohrt
> sich dadurch geradezu durch die Betonhülle. Der Rest des
> Flugzeugs kann hinterher vom Kraftwerksmantel abgekratzt
> werden, nur die Turbinenwellen haben eine echte Chance den
> Mantel zu durchschlagen.
> [...]
Ein weiteres Problem ist das Kerosin, von dem ein A380 bis zu
560t mitschleppen wird. (Wieviel davon einen FlaRak-Treffer
unverbrannt "überleben", bliebe zu diskutieren.)
Dieses Kerosin kann, wenn es verbrennt, erhebliche Schäden am
AKW anrichten. Inbesondere an den Hilfsgebäuden mit Steuer- und
Notsystem um die Reaktorkuppel herum, die alle nicht verbunkert
sind.
Vgl. das WTC, daß ja wegen des (Kerosin-)Feuers eingestürzt ist,
und nicht wegen der unmittelbaren Flugzeugeinschläge.
Tschüs,
Sebastian
--
http://www.baumaschinen-modelle.net
http://www.schwerlast-rhein-main.de
Vernebelung als Schutz von AKW vor anfliegenden Flugzeugen?
Sebastian Suchanek wrote:
> Ein weiteres Problem ist das Kerosin, von dem ein A380 bis zu
> 560t mitschleppen wird.
560t duerfe eher das maximale Startgewicht sein, die 310 m^3
Treibstoff wiegen ungefaehr 230000 kg, das Leergewicht ist
ca 280000--290000 kg. 230000 kg ist natuerlich auch noch
eine ziemliche Menge.
chl
Vernebelung als Schutz von AKW vor anfliegenden Flugzeugen?
Carsten Lechte spoke thusly:
> Sebastian Suchanek wrote:
>
>> Ein weiteres Problem ist das Kerosin, von dem ein A380 bis
>> zu 560t mitschleppen wird.
>
> 560t duerfe eher das maximale Startgewicht sein, die 310
> m^3 Treibstoff wiegen ungefaehr 230000 kg,
> [...]
Hast recht - war mein Fehler.
Tschüs,
Sebastian
--
http://www.baumaschinen-modelle.net
http://www.schwerlast-rhein-main.de
Vernebelung als Schutz von AKW vor anfliegenden Flugzeugen?
Sebastian Suchanek wrote:
> Das Problem mit der Nebelei ist, daß man *sehr* schnell *sehr*
> viel davon erzeugen müsste. Nur ein wenig Nebel eng um das AKW
> herum macht das Zielen nicht wesentlich schwerer.
DAS ist das kleinste Problem. So ein Leo2 erzeugt in <5 Sekunden eine
Nebelwand vor sich, mit enstprechend mehr und stärkeren
Nebelwurfbechern würde man auch ein AKW schnell eingenebelt kriegen.
Die Reaktorkuppel hätte dann einen hübschen Igel-Look...
Juergen Nieveler
--
Door: Something a cat wants to be on the other side of
Vernebelung als Schutz von AKW vor anfliegenden Flugzeugen?
Juergen Nieveler schrieb:
>> Das Problem mit der Nebelei ist, daß man *sehr* schnell *sehr*
>> viel davon erzeugen müsste. Nur ein wenig Nebel eng um das AKW
>> herum macht das Zielen nicht wesentlich schwerer.
>
> DAS ist das kleinste Problem. So ein Leo2 erzeugt in <5 Sekunden eine
> Nebelwand vor sich, mit enstprechend mehr und stärkeren
> Nebelwurfbechern würde man auch ein AKW schnell eingenebelt kriegen.
Das Einnebeln beim Leo funktioniert aber nur effektiv, weil er dann im
Schutz des Nebels wegfahren kann. Das ist beim AKW etwas schwierig.
Und dauerhaft eine Nebelwolke, die deutlich größer als das AKW ist,
zu
erhalten, ist vermutlich unmöglich. Sonst dreht der Pilot nämlich
einfach ab und startet den nächsten Anflug 5min später.
MFG; Till Potinius
--
Nö, heute keine Sig