Na also, geht doch - Minister Jung zur Unterstuetzung im Einsatz verletzter Soldaten
Na also, geht doch - Minister Jung zur Unterstuetzung im Einsatz verletzter Soldaten
Gestern ist öffentlich von Minister Jung ein Thema angesprochen wurde,
an dem seit Jahren Handlungsbedarf besteht, nämlich das von im Einsatz
verletzten Soldaten.
Es besteht doch noch Hoffnung, dass hier endlich einmal den Soldaten
gegenüber faire Regelungen geschaffen werden, die es dem verletzten und
möglicherweise dadurch auch behinderten Soldaten ermöglichen, nach
der
Genesung auch mit einer Behinderung noch seinen Dienst in der
Bundeswehr auszuüben.
Es war und es ist skandalös, wie seitens der Verwaltung mit solchen
Menschen umgegangen wird. Weil es um Geld geht, bleibt den Betroffenen
nichts anderes übrig als jahrelange Rechtsstreite in Kauf zu nehmen.
Häufig werden irrwitzige Nachweise gefordert, die beweisen sollen, dass
der Soldat weder ein Simulant ist, noch dass er sich die
Wehrdienstbeschädigung nicht in seiner Freizeit geholt hat etc. Was
sich da zum Teil abspielt, ist nicht nur unerfreulich, sondern verhöhnt
das Prinzip der Inneren Führung.
Es wird höchste Zeit, dass der Passus Art 55 SVG geändert wird (um
nur
ein Beispiel zu nennen). Dieser beinhaltet, dass dienstuntaugliche
Soldaten entlassen werden müssen. Welch Schwachsinn und Verschwendung
menschlicher Arbeitskraft! Motto: Erst der Orden, dann der Arschtritt.
Grüße
Harald
Na also, geht doch - Minister Jung zur Unterstuetzung im Einsatz verletzter Soldaten
Na also, geht doch - Minister Jung zur Unterstuetzung im Einsatz verletzter Soldaten
Hallo Harald,
> Es wird höchste Zeit, dass der Passus Art 55 SVG geändert wird
(um nur
> ein Beispiel zu nennen).
Du sagst es.
Man könnte es aber noch weiter spinnen. Als wir damals in die gerade noch
existierende DDR zum Aufbau Ost gingen, da wurde uns quasi "in die
Hand"
versprochen, es solle unser Schade nicht sein.
Wer heute in den Einsatz geht, der muss sich nur als "der Doofe"
vorkommen.
Es lohnt nämlich nicht. Im Gegenteil.
Imho der Hauptgrund, warum wir Probleme haben, Kommandeure für den Einsatz
zu nominieren. Einsatzerfahrung zu erwerben bringt keinen Vorteil. Falls
aber während deines Einsatzkommandos etwas passiert, dann wird besonders
(Karriere)kritisch hingeschaut.
Ein Einsatz ist *nie* förderlich, er kann sich aber karriereschädlich
auswirken....
Die sog. "Leistungsgerechte Bezahlung" hebt nicht auf den Einsatz ab.
Die
wird nur in der Etappe bezahlt.
Jede Verwendung im Integrierten Bereich bringt mehr Kohle in die Tasche, als
ein Einsatz.
Disziplinarmaßnahmen im Einsatz sind um ein Vielfaches höher als
zuhause -
bei gleichzeitig erheblich peniblerer Dienstaufsicht. Ich habe Vorgesetzte
erlebt, die die Freiwilligenmeldung mehrerer Offiziere mit der
ernstgemeinten Erwiderung zurückwiesen, die Freiwilligen glaubten wohl,
sie
könnten sich in den Einsatz abseilen, und er, der Vorgesetzte, solle wohl
solang die Arbeit alleine machen...
Da wird Geld für "Truppenbetreuung" und
"Freizeitgestaltung" in Deutschland
ausgegeben, obwohl die Kasernen abends und am Wochenende total leer sind,
statt alles in die Einsatzkontingente zu pumpen. Deren an sich eindeutige
Priorität wird aber mit "schließlich ist das kein
Betriebsausflug"
verspottet.
In dem Stil könnte ich seitenweise weiter machen.
Ganz, ganz allmählich erst, beginnen sich die ersten darüber klar zu
werden,
wie obsolet bisherige Konzeptionen aus Zeiten der seligen Abschreckungsarmee
mittlerweile für die neue Bundeswehr als Einsatzarmee wirklich sind.
Alles begann mit der unsäglich dummen Äußerung es dürfe
keine
2-Klassen-Armee geben. Die darf es nicht nur, die *muss* es geben. Karrieren
darf es überhaupt nur vorne und gestützt auf Bewährung im
Einsatz geben.
Der Rest ist Etappe und nachrangig. Und das muss man vom 3-Sterner bis zum
Obergefreiten jeden auch deutlich fühlen lassen.
Servus
Georg
Na also, geht doch - Minister Jung zur Unterstuetzung im Einsatz verletzter Soldaten
Georg Kiesewetter wrote:
[...]
> Alles begann mit der unsäglich dummen Äußerung es
dürfe keine
> 2-Klassen-Armee geben. Die darf es nicht nur, die *muss* es geben.
> Karrieren darf es überhaupt nur vorne und gestützt auf
Bewährung im
> Einsatz geben.
"Überhaupt nur" schiene mir problematisch, denn es kann ja
durchaus auch mal
sein, dass es gar nicht genügend Einsätze gibt für den Bedarf an
Nachwuchs,
der tatsächlich besteht. :->
Aber generell: Ack. Bei "Karriere" geht es in allererster Linie darum
(bzw,
muss es gehen), diejenigen zu ermitteln, die den Anforderungen am
allerbesten gerecht werden- den *tatsächlichen* Anforderungen, die an
einen
Soldaten gestellt werden, wenn er gebraucht wird, nicht den Anforderungen
des "Friedensdienstes" zu Hause, denn diese sind ja nun
anerkanntermaßen
niedriger.
[...]
--
"Ein Vater muss lernen, das Handeln seiner Söhne zu akzeptieren, und
zwar nicht gemessen an seinen Wünschen, sondern an deren
Möglichkeiten." - Niccolò Machiavelli
Na also, geht doch - Minister Jung zur Unterstuetzung im Einsatz verletzter Soldaten
Georg Kiesewetter wrote:
>> Es wird höchste Zeit, dass der Passus Art 55 SVG geändert
wird (um
>> nur ein Beispiel zu nennen).
> Ein Einsatz ist *nie* förderlich, er kann sich aber
karriereschädlich
> auswirken....
"Wer arbeitet macht Fehler! Wer nicht arbeitet, begeht keine Fehler.
Wer keine Fehler macht, der wird befördert."
Das war aber schon zu allen Zeiten so, und nicht nur in der Bundeswehr,
aber da wohl besonders (zumindest meiner Erfahrung nach).
> ... Ich
> habe Vorgesetzte erlebt, die die Freiwilligenmeldung mehrerer
> Offiziere mit der ernstgemeinten Erwiderung zurückwiesen, die
> Freiwilligen glaubten wohl, sie könnten sich in den Einsatz abseilen,
> und er, der Vorgesetzte, solle wohl solang die Arbeit alleine
> machen...
Hört sich stark nach KP-Chefs an, die sich wahlweise auf den
StabsOffz-Lehrgang, dem Saunagang mit dem Kommandeur oder dem
Billiardspiel vorbereiten müssen;-)
Andererseits kann ich die Sichtweise verstehen. Immer dann, wenn ich
gute Leute hatte, die man sich mühsam herangezogen hatte, kam
irgendeiner daher und wollte ihn mir wegschnappen.
Besonders gute Leute konnte man eh nicht halten, da diese nach Höherem
strebten und sich entweder für eine eine andere Laufbahn entschieden
oder versuchten in irgendeine Stabsverwendung (möglichst im Ausland) zu
kommen. So fing man immer wieder von vorne an, von Kontinuität konnte
keine Rede sein.
> In dem Stil könnte ich seitenweise weiter machen.
> Ganz, ganz allmählich erst, beginnen sich die ersten darüber
klar zu
> werden, wie obsolet bisherige Konzeptionen aus Zeiten der seligen
> Abschreckungsarmee mittlerweile für die neue Bundeswehr als
> Einsatzarmee wirklich sind.
Sesselpupser stellen sich meiner Erfahrung nach nicht um. Ein anderes
Problem ist, dass sich die heutigen politisch Verantwortlichen nicht
wirklich vorstellen können, was ein Soldat leisten können sollte, da
immer weniger beim Militär waren. Und wenn, dann nicht in Einheiten,
bei denen es zur Sache gehen muss.
> Alles begann mit der unsäglich dummen Äußerung es
dürfe keine
> 2-Klassen-Armee geben. Die darf es nicht nur, die *muss* es geben.
> Karrieren darf es überhaupt nur vorne und gestützt auf
Bewährung im
> Einsatz geben. Der Rest ist Etappe und nachrangig. Und das muss man
> vom 3-Sterner bis zum Obergefreiten jeden auch deutlich fühlen
lassen.
Nun ja, die gab es zu meiner Zeit auch schon. Ich hatte immer die Jungs
von der Luftwaffe beneidet. Manchmal schien es mir, dass sich der
Horizont mit dem Fliegen auch im Kopf erweitert. Jedenfalls kam es mir
so vor, dass dort trotz aller lockeren Umfangsformen ernsthafter an
Problemlösungen gearbeitet wurde als bei uns "Heerfuzzis".
Grüße
Harald
Na also, geht doch - Minister Jung zur Unterstuetzung im Einsatz verletzter Soldaten
Harald Maedl wrote:
> [...] Ein anderes
> Problem ist, dass sich die heutigen politisch Verantwortlichen nicht
> wirklich vorstellen können, was ein Soldat leisten können
sollte, da
> immer weniger beim Militär waren. Und wenn, dann nicht in Einheiten,
> bei denen es zur Sache gehen muss. [...]
Gab es da nichtmal spezielle "Wehrübungen" für Politiker
und
Wirtschaftsbosse, damit die mal ein paar Tage den Alltag bei der Truppe
schnuppern können? Wenn man daran noch ein bisschen feilen würde und
immer mal wieder ein paar MDBs einlädt...
mfg
Micha
--
Meine Wanderungen durch Realität und Cyberspace
auf --> http://www.michael-fuchs.net <--
Na also, geht doch - Minister Jung zur Unterstuetzung im Einsatz verletzter Soldaten
Michael Fuchs wrote:
> Harald Maedl wrote:
>
>> [...] Ein anderes
>> Problem ist, dass sich die heutigen politisch Verantwortlichen nicht
>> wirklich vorstellen können, was ein Soldat leisten können
sollte, da
>> immer weniger beim Militär waren. Und wenn, dann nicht in
Einheiten,
>> bei denen es zur Sache gehen muss. [...]
>
> Gab es da nichtmal spezielle "Wehrübungen" für
Politiker und
> Wirtschaftsbosse, damit die mal ein paar Tage den Alltag bei der Truppe
> schnuppern können?
Die "Informations-Wehrübungen", bei denen man sich nicht zu
blöd ist, die
Herren zum Oberleutnant zu befördern und dann zwei Wochen auf
Besichtigungstour zu schicken? Ich glaube nicht, dass die in der Hinsicht
irgendwas bewirken können. Allenfalls können sie die Akzeptanz der
Streitkräfte erhöhen, aber Verständnis für die Art und
Erfordernisse der
Aufgaben?
--
"Ein Vater muss lernen, das Handeln seiner Söhne zu akzeptieren, und
zwar nicht gemessen an seinen Wünschen, sondern an deren
Möglichkeiten." - Niccolò Machiavelli
Na also, geht doch - Minister Jung zur Unterstuetzung im Einsatz verletzter Soldaten
"Georg Kiesewetter" schrieb im
Newsbeitrag
news:dqthsq$tr7$02$1@news.t-online.com...
> Alles begann mit der unsäglich dummen Äußerung es
dürfe keine
> 2-Klassen-Armee geben. Die darf es nicht nur, die *muss* es geben.
> Karrieren darf es überhaupt nur vorne und gestützt auf
Bewährung im
> Einsatz geben. Der Rest ist Etappe und nachrangig. Und das muss man vom
> 3-Sterner bis zum Obergefreiten jeden auch deutlich fühlen lassen.
>
Ja, man könnte z. B. die Vfg. des Heeres-Personlamtes v. 4.11.1942 (H.M..
1943 S. 65) wieder in Kraft setzen, in der bevorzugte Beförderung
frontbewährter Kämpfernaturen geregelt wurde. Dort heißt es
u.a.:
Eine planmäßige Beförderung aller widerspricht dem Leistungs-
und
Führerprinzip, dem die Wehrmacht in höchster Verantwortung für
den Endsieg
verpflichtet sein muß.
Die Etappe als nachrangig zu bezeichnen, haben sich allerdings selbst
die Nazi-Generale im HPA nicht getraut.
Wolfgang
Na also, geht doch - Minister Jung zur Unterstuetzung im Einsatz verletzter Soldaten
Wolfgang Fieg wrote:
>
> "Georg Kiesewetter" schrieb im
Newsbeitrag
> news:dqthsq$tr7$02$1@news.t-online.com...
>
>> Alles begann mit der unsäglich dummen Äußerung es
dürfe keine
>> 2-Klassen-Armee geben. Die darf es nicht nur, die *muss* es geben.
>> Karrieren darf es überhaupt nur vorne und gestützt auf
Bewährung im
>> Einsatz geben. Der Rest ist Etappe und nachrangig. Und das muss man
vom
>> 3-Sterner bis zum Obergefreiten jeden auch deutlich fühlen
lassen.
>>
>
> Ja, man könnte z. B. die Vfg. des Heeres-Personlamtes v. 4.11.1942
(H.M..
> 1943 S. 65) wieder in Kraft setzen, in der bevorzugte Beförderung
> frontbewährter Kämpfernaturen geregelt wurde. Dort heißt
es u.a.:
>
> Eine planmäßige Beförderung aller widerspricht dem
Leistungs- und
> Führerprinzip, dem die Wehrmacht in höchster Verantwortung
für den Endsieg
> verpflichtet sein muß.
Hm. Ist die zugrundeliegende Überlegung Deiner Ansicht nach denn falsch?
[...]
--
"Ein Vater muss lernen, das Handeln seiner Söhne zu akzeptieren, und
zwar nicht gemessen an seinen Wünschen, sondern an deren
Möglichkeiten." - Niccolò Machiavelli